Immer mehr Menschen vertragen bestimmte Nahrungsmittel schlecht

Käsestand am Göttinger Markt

 

 

Milchprodukte oder Gluten, Soja oder Eier, Bananen oder Kartoffeln...

 

Inzwischen kann jedes Nahrungsmittel für jemand unverträglich sein und die Liste der möglichen Symptome ist so vielfältig, wie die Menschen es sind.

 

 

Mögliche Symptome einer Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln

Bauchbeschwerden: Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Aufstoßen, Bauchweh, bis zur Diabetes...

 

Nervensystem: Konzentrationsprobleme, Depression, AD(H)... Forschungen weisen auf den Zusammenhang zwischen Gluten und Schizophrenie oder auch Autismus hin (s. Perlmutter)

 

Gelenke: Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen, Arthrose, Arthritis, Ischias, Rückenschmerzen... Nicht immer ist das Alter schuld...

 

In dieser Liste habe ich nur häufige Symptome genannt, die oft im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten stehen. Hinter jedem Symptom kann eine Sensibilität gegenüber einem oder mehreren Nahrungsmitteln stehen. Die Betroffenen kennen diesen Zusammenhang meist nicht.

 

Brotstand im Bioladen

Testen, ob Sie reagieren

Es gibt zwei Wege, um zuhause im Eigenregie die eigene Sensibilität gegenüber Nahrungsmitteln zu testen.

 

Der Coca-Pulstest

 

Hier wird das Nahrungsmittel, das getestet werden soll, eine Woche lang ganz Konsequent nicht gegessen (bitte auch auf die Zutatenliste achten).

Dann bereiten Sie zum Frühstück das Nahrungsmittel vor, das getestet wird, und zwar ausschließlich dieses Nahrungsmittel: zum Beispiel nur Orangen oder nur Brot. Wenn Sie einen Erdbeer-Jogurt testen, wissen Sie nicht, ob es der Jogurt, der Zucker, die Erdbeeren oder die Zusatzstoffen sind, die Sie nicht vertragen!

Setzen Sie sich fünf Minuten ruhig hin und messen Sie dann Ihren Ruhepuls. Dann fangen Sie an zu essen, bis Sie satt sind. Dabei messen Sie den Puls nach 3 Minuten, 5 Minuten, 10 Minuten und 30 Minuten (solange sitzenbleiben!).

 

Bei einem Unterschied von +/- 10 Schlägen pro Minute besteht sehr wahrscheinlich eine Unverträglichkeit. Wenn Sie in den zwei Tagen danach Unwohlsein oder andere Symptome beobachten, liegt eine Unverträglichkeit vor.

 

"Drei-Wochen-Ohne"

 

Bei Gluten und Milchprodukten empfehle ich eine dreiwöchige Kur ohne diese zwei Nahrungsmittel. Der Körper braucht mindestens drei Wochen, um sich von den negativen Reizen durch Gluten oder/und Kasein zu beruhigen.

Nach dieser Zeit wird an einem Tag wieder Gluten oder Milchprodukte in den Speiseplan eingeführt und zwei Tage lang beobachtet, wie der Körper reagiert. Es ist besser, an einem Tag nur Glutenhaltiges oder Milchhaltiges wieder zu essen und nach zwei Tagen Beobachtung die andere Gruppe... Dann erfahren Sie, welche Nahrung welche Symptome bei Ihnen verursacht. Oft kehren in den zwei Tagen nach der Einnahme alte Symptome wieder zurück, die unbemerkt sich schon gebessert hatten. Es juckt wieder oder die Kopfschmerzen, der Rücken melden sich...

 

Der Vorteil dieser Methode ist, dass Sie viel besser den Einfluss dieser Nahrungsmittel auf Ihren Körper beobachten können. Und falls Sie eine Unverträglichkeit feststellen, wissen Sie schon wie es geht, "ohne" zu essen. Die ersten drei Tage sind die schlimmsten, danach findet jeder sein Weg.

 

Mit Kinesiologie die Unverträglichkeiten testen

 

 

 

Manche Menschen brauchen länger als drei Wochen, um eine Verbesserung festzustellen...

 

Oder es gibt noch weitere Lebensmittel, die sie nicht vertragen...

 

Dann muss tiefer und genauer getestet werden. Mit Hilfe des kinesiologischen Muskeltests können die Reaktionen des autonomen Nervensystems gegenüber jedem Nahrungsmittel überprüft werden: Auf was reagieren Sie? Wie stark ist die Reaktion? Was ist absolut zu vermeiden und was können Sie hin und wieder essen?

 

Bücher die weiterhelfen

Glutenunverträglichkeit

  • Dr William Davis: "Weizenwampe, warum Weizen dick und krank macht"
  • Dr David Perlmutter: "Dumm wie Brot"

 

Milchunverträglichkeit

Über Laktoseintoleranz (Milchzucker) wurde viel geschrieben, leider sehr wenig über die Casein-Intoleranz (Milcheiweiss)

 

Gluten und Milch

Der französische Rheumatologe Jean Seignalet hat schon in den 80er Jahren über die Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit geforscht. Seine Bücher sind nicht ins Deutsche übersetzt, aber ein Erlebnisbericht auf Englisch:

  • Jacqueline Lagacé: "The End of Pain: How Nutrition and Diet can fight Chronic Inflammatory Disease" Es lohnt sich für alle, die Englisch lesen können...

Kochbücher:

Es gibt spezialisierte Kochbücher zu Unverträglichkeiten. In den "Mode-Kochtrends" findet man viele Anregungen: 

  • Vegan: Milch-frei
  • Paleo / Steinzeitdiät: Gluten-frei und Milch-frei
  • Raw / Rohkost: Gluten-frei, meist auch Milch-frei
  • Low-carb: Gluten-frei

Kochkurse

Weitere Anregungen und Anleitungen erfahren Sie in den Kursen an der VHS.